(K)ein alter Hut - und überhaupt nicht schön

 

Eine Mitteilung von Herrn Johann Kahle, Diabetikerbunf Bayern e.V.
"Hallo an Sie alle,
eine wichtige Nachricht zur Beratung der Patienten.
Neue Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahrereignung, gültig seit 01.05.2014
Mit besten Grüßen
Hans Kahle"
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Die Begutachtungsleitlinien 2014 sind 135 Seiten lang.

Seite 29 -32 sollten Sie in jedem Falle lesen!

Das meines Erachtens Allerwichtigste (da wohl kaum bekannt) ist nachstehend (Seite 29) wiedergegeben.

Gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes können Fahrzeuge beider Gruppen sicher führen.

 

Die Gefährdung der Verkehrssicherheit geht beim Diabetes mellitus in erster Linie vom Auftreten einer Hypoglykämie mit Kontrollverlust, Verhaltensstörungen oder Bewusstseinsbeeinträchtigungen aus.

Eine ungestörte Hypoglykämiewahrnehmung ist Voraussetzung für die Fahreignung.

Menschen mit Diabetes mit mehr als einer fremdhilfebedürftigen Hypoglykämie im Wachzustand in den letzten 12 Monaten sind in der Regel zum Führen eines Kraftfahrzeugs solange ungeeignet, bis wieder eine hinreichende Stabilität der Stoffwechsellage sowie eine zuverlässige Wahrnehmung von Hypoglykämien sichergestellt ist.

Wer nach einer Stoffwechseldekompensation erstmals oder wer neu eingestellt wird, darf kein Fahrzeug führen, bis die Einstellphase durch Erreichen einer ausgeglichenen Stoffwechsellage (incl. der Normalisierung des Sehvermögens) abgeschlossen ist. 
  

Der letzte Satz klingt harmlos - ist er aber nicht; denn was weitgehend unbekannt ist:

Der Diabetes muss "stabil" eingestellt sein, wenn sich ein Diabetiker ans Steuer setzt. Während einer Neueinstellungsphase oder Umstellungsphase gilt ein Diabetes als nicht stabil eingestellt!

Wenn also Ihr Arzt Ihre Therapie ändert, so hat das sicher einen guten Grund. Im Falle eines Falles könnte jedoch ein Staatsanwalt argumentieren, bei einer Therapieänderung ändert sich auch die Diabeteseinstellung (sonst wäre eine Therapieänderung ja nicht notwendig gewesen). Folglich ändert sich bei einer Therapieänderung auch der Diabetes; er ist  während der Neu-Einstellungsphase nicht mehr "stabil".

Als Diabetiker müssen Sie also mit dem Autofahren warten, bis Ihr Arzt eine Therapieänderung als "abgeschlossen" bezeichnet hat und der Diabetes damit wieder als "stabil" gilt.

(P.Bottermnn -  im Juni 2014)

Sicher ans Ziel

Mit freundlicher Genehmigung des Wort & Bild Verlags wird hier der Text eines Artikels "Sicher ans Ziel [66 KB] " wiedergegeben. Der Artikel ist im "Diabetes-Ratgeber", April 2014 erschienen; er stellt ausgezeichnet die Probleme dar, die ein Diabetiker beim Autofahren im Alltag hat oder -juristisch- bekommen könnte.

Schon länger ein Thema

PRESSEMITTEILUNG -25. Juli 2005- des Kirchheim-Verlags

Offizielles Organ
Deutscher Diabetiker-Bund
Deutsche Diabetes-Union

Führerschein & Diabetes - na klar!
„Und was ist jetzt mit meinem Führerschein?" - nach der Diagnose Diabetes
stellen sich viele Betroffene diese Frage.
Die Straßenverkehrsbehörde muß darauf achten, ob jemand ein erhöhtes Risiko hat, wegen einer Krankheit oder sonstiger Gründe plötzlich bewußtlos und/oder fahruntauglich zu werden. So können beispielsweise Diabetiker, die Insulin spritzen oder Tabletten gegen zu hohe Blutzuckerwerte nehmen müssen, durch Unterzuckerung die Kontrolle verlieren und einen Unfall verursachen. Es ist daher verständlich, daß das Unfallrisiko so gering wie möglich gehalten wird und daher jemand, der häufig zu überraschenden und schweren Unterzuckerungen neigt, sehr genau beobachtet wird.

„Diabetiker müssen gewährleisten, daß sie alles Notwendige tun, damit andere
Verkehrsteilnehmer und sie nicht gefährdet werden. Sie müssen Unterzuckerungen zuverlässig erkennen und behandeln können und ihre Stoffwechseleinstellung regelmäßig beim Arzt überprüfen lassen (ca. alle 6 bis 12 Wochen), schreibt Rechtsanwalt Oliver Ebert im Diabetes-Journal. Außerdem müssen sie ihren Blutzucker regelmäßig selbst kontrollieren, Therapie und Einstellung dokumentieren und die Auflagen der Behörden erfüllen (Traubenzucker im Auto etc.)
Fazit: Diabetiker, die gut eingestellt sind, das auch dokumentieren können und
regelmäßig durch einen Arzt überprüfen lassen, werden kaum Probleme mit dem Führerschein haben. Falls es doch Schwierigkeiten gibt: Ein offenes Gespräch mit der Behörde hilft oft mehr, als gleich vor Gericht zu gehen.

Kirchheim-Verlag
Kaiserstraße 41
55116 Mainz
Tel.: 06131/96070-43
Fax: 06131/96070-90
Redaktion:
Angelika Leidner

Die nachfolgenden Kapitel sind zitiert nach www.verkehrsportal.de/fev/fev.php

Führerschein [980 KB] - Auszug aus einem Vortrag 2007 über sozialmedizinische Aspekte

Veröffentlichung 2008 in der MMW-Fortschritte der Medizin
Muss Ihr Diabetespatient den Beruf wechseln? Darf er noch Auto fahren? [108 KB]

3.5 Diabetes mellitus
Leitsätze
Gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes können Fahrzeuge beider Gruppen sicher führen.

Therapieregime und Fahrzeugnutzung sind bei der Begutachtung zu berücksichtigen.

Die Gefährdung der Verkehrssicherheit geht beim Diabetes mellitus in erster Linie vom Auftreten einer Hypoglykämie mit Kontrollverlust, Verhaltensstörungen oder
Bewusstseinsbeeinträchtigungen aus.

Eine ungestörte Hypoglykämiewahrnehmung ist Voraussetzung für die Fahreignung.
Menschen mit Diabetes mit mehr als einer fremdhilfebedürftigen Hypoglykämie im Wachzustand in den letzten 12 Monaten sind in der Regel zum Führen eines Kraftfahrzeugs solange ungeeignet, bis wieder eine hinreichende Stabilität der Stoffwechsellage sowie eine zuverlässige Wahrnehmung von Hypoglykämien sichergestellt ist.

Wer nach einer Stoffwechseldekompensation erstmals oder wer neu eingestellt wird, darf kein Fahrzeug führen, bis die Einstellphase durch Erreichen einer ausgeglichenen Stoffwechsellage (incl. der Normalisierung des Sehvermögens) abgeschlossen ist.

HYPER- oder HYPO-

siehe auch unter Die letzte Seite/ HYPER- oder HYPO- ?

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