Januskopf Evidenzbasierte Medizin am Beispiel der kontinuierlichen Glukosemessung
Die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) ist über mehr als ein Jahrzehnt weiterentwickelt worden und jetzt sozusagen zur "Serienreife" gelangt.
Anstatt die unangenehme Frage zu diskutieren, ob es ethisch zumutbar sei, die durch die CGM anfallenden Kosten zu Lasten der Versichertengemeinschaft zu übernehmen oder es ethisch vertrebar sei, diese Kosten zu Gunsten der Versichertengemeinschaft abzulehnen, drückt man sich mit technischen Ausflüchten um diese Frage herum.
"Solange durch harte Endpunkte der anzunehmende wahrscheinliche Nutzen eines neuen Medikaments / einer neuen Methode nicht nachgewiesen ist, ist es ethisch nicht vertretbar, die Kosten zu Lasten der Versichertengemeinschaft zu übernehmen" versus "Wenn sich nach Vorliegen harter Endpunkte nach 10 bis 12 Jahren gezeigt hat, dass ein neues Medikament /eine neue Methode den Erwartungen entsprach, stellt sich die Frage, ob es ethisch vertretbar war, bei einem anzunehmenden wahrscheinlichen Nutzen einem Teil der Versichertengemeinschaft diesen Nutzen zu Lasten der Versichertengemeinschaft 10 bis 12 Jahre vorzuenthalten.
(P.Bottermann - 29.05.2012)
 
 
Einen Tag später

Na ja, vielleicht ist der Titel doch nicht so ganz korrekt. Was evidenzbasierte Medizin ist, hat Sackett ja gut zusammengefasst.
Der Januskopf bezieht sich mehr auf den Gebrauch oder Mißbrauch, der mit dem Begriff evidenzbasiert getrieben wird.
(30.05.2012 -- P.Bottermann)

 

Offenbar bewegt sich jetzt doch etwas

G-BA beauftragt IQWIG wegen CGM
(15.11.2012 - P.Bottermann)

Der Gemeinsame Bundesausschuß (G-BA) hat an das IQWIG Institut den Auftrag zur Beurteilung der kontinuierlichen Glucose Messung (CGM) vergeben.
Der Text der Vergabe ist unter der Internetadresse unten nachzulesen
http://www.g-ba.de/downloads/39-261-1597/2012-11-22_IQWiG%20Beauftragung_CGM_Auftragskonkretisierung.pdf

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Es hat sich etwas bewegt, aber leider rückwärts.
Siehe Schlechte Nachricht für CGM-Systeme

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