HbA1c zur Diabetes-Diagnostik
Die Amerikanische Diabetesgesellschaft (ADA) empfiehlt neuerdings, auch den HbA1c-Wert zur Diagnostik des Diabetes heranzuziehen. Die Diskussion, den HbA1c-Wert zur Diagnostik des Diabetes zu verwenden, ist so alt wie die HbA1-Bestimmung selbst.
Man muss nur beachten, dass arbitrarische Grenzwerte (BZ-Bestimmung: normal, gestört, diabetisch) einer Methode nicht als Grenzwerte auf eine andere Methode übertragen werden können. (Siehe das bekannte Beispiel mit Einsortierung von Murmeln/ Schussern a) nach Größe, b) nach Farbe.)
Abbildungen [459 KB]
Abb.1.: Derzeitige Empfehlungen der DDG-Leitlinie zur Diagnostik des Diabetes
Abb.2.: ADA-Kriterien incl. HbA1c-Wert
Abb.3.: Vergleich von HbA1c und Nüchtern-Glukose
Abb.4.: Umzeichnung der Werte von Abb.3 in Säulendiagramm
Abb.5.: entspricht Abb.3 + Abb.4

Offenbar gibt es Widerspruch zum HbA1c-Wert als Diagnostikum. Lesen Sie unter http://content.nejm.org/cgi/content/short/362/21/2030?query=TOC
eine Leserzuschrift im NEJM.

Stellungnahme der DDG

Stellungnahme der Deutschen Diabetes Gesellschaft, diabetesDE und des Kompetenznetzes Diabetes mellitus zur Verwendung des HbA1c-Wertes als Biomarker zur Diabetesdiagnose
Eine Arbeitsgruppe der DDG hat die Anwendbarkeit des HbA1c-Wertes zur Diagnose des Diabetes geprüft. Trotz der offensichtlichen methodischen Vorteile des HbA1c-Wertes konnte sich die Arbeitsgruppe zum jetzigen Zeitpunkt nicht entschließen [1.600 KB] , die Empfehlung der Amerikanischen Diabetes-Gesellschaft , neben den bisher verwendeten oralen Glukosetoleranztests (OGTT) und den nüchternen Plasmaglukosewerten, zusätzlich das glykierte Hämoglobin A1c (HbA1c) zur Diabetesdiagnose und zur Identifizierung von Personen mit erhöhtem Diabetesrisiko zu verwenden, in vollem Ausmaß zu übernehmen.