Aus einer Stellungnahme von Dr. med. Helmut Kleinwechter,
diabetologikum kiel,
Diabetes-Schwerpunktpraxis u. Schulungszentrum
Sprecher der AG Diabetes u. Schwangerschaft der DDG.

Die HAPO-Studie ist eine Meilenstein-Studie auf dem Gebiet des Gestationsdiabetes unterhalb der definierten Grenzen für einen manifesten Diabetes mellitus. Der Zusammenhang zwischen ansteigenden Glukosewerten im OGTT mit 24-32 SSW und primären sowie sekundären Ergebnissen ist kontinuierlich zunehmend; diese Zusammenhänge gelten jeweils für die Nüchternglukose, den 1-h-Wert und den 2-h-Wert unabhängig voneinander. Ein Schwellenwert für jeden der gemessenen Glukosewerte existiert nicht. Die HAPO-Ergebnisse müssen noch in diagnostische Grenzwerte übersetzt werden, die dann globale Gültigkeit beanspruchen können. Die Grenzwertfindung wird die klinische Relevanz und die Häufigkeit der Endpunkte berücksichtigen müssen. Nach erfolgter Grenzwertfindung könnte endlich in Deutschland eine Untersuchung aller Schwangeren auf Gestationsdiabetes in die Schwangerenvorsorge aufgenommen werden.

Diese Abbildung aus der HAPO-Studie zeigt den kontinuierlichen Anstieg des Outcome-Risikos bei steigenden Blutzuckerwerten. Ein cut-off Wert beim oGTT scheint demnach nicht zu existieren.