Da gibt es nun eine kleinere GKV-Krankenkasse in Köln mit nur 30.0000 Mitgliedern. Sie muss ihren Beitrag um 8.-- € erhöhen, weil sie mit den Einnahmen aus den bei ihr versicherten Arbeitnehmern nicht auskommt. Warum? Weil sie unter ihren Versicherten zwei Fälle mit einer seltenen Bluterkrankheit hat, die allein mehrere Millionen pro Jahr kosten.
(So jedenfalls habe ich die Mitteilung in den Nachrichten verstanden.)

Zwei in Gedanken gingen mir bei dieser Meldung durch den Kopf:
1.) Aha, das ist ja eine wunderbare Gelegenheit an einem Beispiel aus dem wahren Leben den Versicherten zu erklären, was eine Solidargemeinschaft ist. Dann werden sich die übrigen 29.998 Mitglieder über die Erhöhung zwar nicht gerade freuen, aber verstehen, warum sie notwendig ist und froh sein, selbst keine Bluterkrankheit zu haben.
2.) Nanu, warum muss denn so eine kleine Krankenkasse ihre Beiträge erhöhen, wo es doch den Risikostrukturausgleich gibt. Der kann doch wohl nicht nur dazu geschaffen worden sein, anderen Krankenkassen durch möglichst viele Diagnosen chronischer Krankheiten Geld abzujagen, sondern besondere Risiken auf mehrere und breitere Schultern zu verteilen.
Und was hört man aus dem Gesundheitsministerium in Berlin?
Ich werde diese Gedanken der Ministerin Frau Ulla Schmidt übermitteln und über ihre Antwort dann berichten.

Für heute- unter Kuriosa – Ihr P.Bottermann
(München, 19.August 2009)

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Gibt man bei Google "8,-- Euro mehr" ein, finden sich in etwa gleichlautende Berichte in verschiedenen Medien, die inhaltlich dem entsprechen, was ich in den Nachrichten gehört habe (siehe oben).
Interessant ist ein Beitrag der Financial Times Deutschland, u.a. über ein Interwiev, das die Bundesgesundheitsministerin dem Deutschlandfunk gegeben habe. Es sei hier zitiert:
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sprach im Deutschlandfunk von einem Einzelfall, der nichts mit der geplanten Impfaktion zu tun habe. Es wäre das Beste, "die Kasse sucht sich einen Fusionspartner, denn so haben auch andere Kassen verhindern können, dass sie Zusatzbeiträge erheben müssen". Nach Angaben des Bundesversicherungsamtes hat es in diesem Jahr bereits 22 Kassenzusammenschlüsse gegeben. BVA-Präsident Josef Hecken rechnet mit weiteren Fusionen.
Na ja; vielleicht stoße ich ja doch noch auf einen Artikel, der sich mit meinen Gedanken befasst. Aber möglicherweise liege ich mit meinen Meditationen über den Begriff Solidargemeinschaft völlig daneben, entweder weil jeder ganz genau weiss, was eine Solidargemeinschaft und deren Sinn und Zweck ist, sodass es sich erübrigt, darüber zu sprechen, oder weil Solidaritätsdenken heute so abstrus ist, dass man sich mit diesem Fremdwort besser nicht befasst.
(Jetzt höre ich aber lieber auf und denke an etwas anderes. Sonst könnte ich ja auf die verwegene Idee kommen, dass Herr Pilava in seiner Sendung unter A, B, C oder D mal fragen könnte, was eine Solidargemeinschaft ist; na , lieber nicht, die Formulierung der Fragestellung ist zu schwierig.)
Aber wir haben ja ein Bundesgesundheitsministerium, das mir auf meine Mail sicher bald antworten wird.
(München, den 20.08.2009 -- P.Bottermann)
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Und was hört man aus dem Gesundheitsministerium in Berlin?
Bisher hat man nichts gehört. Na ja, wohl keine Zeit dazu. Es kam wohl die Spaniengeschichte mit den Dienstwagen dazwischen.
( Hm, als Kind hat man gelernt "So etwas tut man nicht". Wirkt bei den meisten noch bis in das Erwachsenenalter nach.)
3.September 2009 -- P.Bottermann